Aberglaube gegen Naturkatastrophen

Tokia/ Japan – Zwar besitzt Japan eines der modernsten Frühwarnsysteme für die Vorhersage von Naturkatastrophen, jedoch setzt das örtliche Katastrophenschutzzentrum in Tokio nun auch auf alten Aberglauben und auf Anzeichen aus dem Tierreich, um Katastrophen noch besser vorhersehen zu können.

Dafür sammelte das Katastrophenschutzzentrum in einer Befragung hunderte von Aberglauben und mündlich überlieferte Anzeichen für das Nahen einer Naturkatastrophe. Wenn Ameisen höhere Bäume aufsuchen, spricht das für eine nahende Flut. Wenn Bienen ihre Nester nahe der Erde bauen, drohen starke Winde und wenn Fasane laut schreien, kündigt das ein Erdbeben an, laut der Befragung.

Aber auch weibliche Unterwäsche, die auf dem Hausdach aufgehängt wird, soll vor Blitzschlag schützen. Etwa 2000 Einträge umfasst die Datenbank, deren Aberglauben manchmal bereits Jahrhunderte alt sind.

Die Datenbank beinhaltet aber auch Sinnsprüche, wie z.B.: “Lass Deine Gier im Tsunami und renne.” Laut Aussagen des Schutzzentrums, sollen die Menschen mit diesen Daten für nahende Katastrophen sensibilisiert werden

“Die Aberglauben sind nicht immer wahr und wissenschaftlich bewiesen, aber manchmal verlässt man sich auf solche alten Redewendungen”, so ein Sprecher der Behörde.

Japan wurde bisher von mehr als 20 Prozent der weltweit stärksten Erdbeben heimgesucht und ist deshalb auf ein sehr gut funktionierendes Frühwarnsystem- und auf für nahende Katastrophen sensibilisierte Menschen angewiesen.