Ahnungslose kauften Spukhaus

Spoleto/ Italien – Ein italienisches Pärchen kaufte ein Spukhaus in dem Glauben, ein besonderes Schnäppchen gemacht zu haben. Sie wurden vom Vorbesitzer nicht darüber informiert, dass Geister in dem Haus ihr Unwesen trieben und dort bereits ein offizieller kirchlicher Exorzismus durchgeführt wurde.

Seit mehr als drei Jahren lebt Familie Bastianelli mit knarrenden Treppen, auf denen sich niemand befindet, geisterhaften Geräuschen, die im ganzen Haus zu hören sind, obwohl niemand da ist. 2005 kaufte der 57-jährige Gaetano Bastianelli mit seiner Frau Stefania ein kleines Haus in Spoleto mitsamt dem Mobiliar für 120.000 Euro, ohne zu wissen, dass es darin spukt. Der Vorbesitzer ließ sie im Ungewissen darüber.

“Wir dachten, wir machen das Geschäft des Jahrhunderts. Das war ein riesiges Schnäppchen”, so Bastianelli. Die neuen Besitzer machten sich keine Gedanken darüber, dass das Haus in der Santo Chiodo Straße direkt an den Pozzi Ginori Friedhof angrenzte und in den 70er Jahren bereits ein Exorzismus in dem Haus durchgeführt werden musste. Kein Geringerer als Papst Johannes Paul II führte den Exorzismus damals durch, bestätigte Pater Gabriele Amorth, der Chefexorzist es Vatikans.

“Das ging damals gleich in der ersten Nacht los”, erzählte Bastianelli. “Ich hörte, wie im Badezimmer, im Erdgeschoss das Wasser lief. Es war 2 Uhr morgens. Heißes Wasser lief aus dem Boiler und der ganze Raum war voller Wasserdampf.”

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Bastianellis zehnjährige Tochter konnte nachts nicht mehr schlafen, weil sie quietschende Türen und Kettenrasseln hörte. Sowohl der Rasenmäher, als auch das Auto der Familie sprangen nachts einfach an.

Bastianelli engagierte nun einen Anwalt, um den Vorbesitzer in die Pflicht zu nehmen. “Laut Artikel 1490 hätte der Vorbesitzer meinem Mandanten sagen müssen, dass mit dem Haus etwas nicht in Ordnung ist. Geister gehören dazu”, sagte Francesconi, sein Anwalt.

Der örtliche Historiker, Sergio Grifoni, bestätigte den Exorzismus aus dem Jahre 1977 und legte Zeitungsartikel aus dem Jahre vor, die über ein Mädchen berichteten, das vom Teufel besessen war und nur durch Gebete von Johannes Paul II zur Ruhe gebracht werden konnte.

Bastianelli hofft nun, dass das Beweis genug ist, um das Haus zurückgegeben zu können oder entschädigt zu werden, da sich unter diesen Umständen sicherlich kein neuer Käufer für das Haus finden wird.