Burma: Überlebende von Geistern heimgesucht

Myanmar/ Burma – Als ob die mehr als 100.000 Todesopfer des Zyklons Nargis in Burma nicht schon genug wären, nun terrorisieren angeblich auch noch die Geister Verstorbener die Überlebenden.

Eine Woche nach dem verheerenden Zyklon Nargis wird das ganze Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich. Die Felder und Flussdeltas sind übersät mit aufgeblähten und verwesenden Leichen. Ein unhaltbarer, unfassbarer Zustand, auch aus religiöser Sicht; denn die ruhelosen Seelen der Verstorbenen ziehen durch das Land, solange sie nicht bestattet wurden und ihre letzte Ruhe gefunden haben, zumindest nach dem buddhistischen Glauben, der in Burma vorherrscht.

Und auch die zumeist tief gläubigen Überlebenden fürchten sich vor den Geistern. Ein Fischer erzählte, wie ein Bekannter zu seinem Dorf zurückkehrte, um nach überlebenden Angehörigen zu suchen, als er plötzlich lautes Hilferufen einer Frau vernahm. Er fand jedoch niemand, als er den Rufen folgte.

Zwei seiner Fischerkollegen hatten die Leiche einer Frau im Netz, die viel Goldschmuck trug. Sie nahmen das Gold an sich und warfen die Leiche zurück ins Wasser. Als sie abends schliefen rüttelte es auf einmal an ihrer Hütte und eine Stimme sagte: “Gebt es zurück, gebt es zurück! Die Fischer warfen das Gold daraufhin sofort weg”, berichtete der Fischer.

“Ich weiß, in vielen westlichen Kulturen glaubt man da nicht dran, aber für mich gibt es da keinen Zweifel”, fuhr er fort.

Die Zustände in Burma sind mehr als tragisch. Die bereitstehende Hilfe aus dem Westen wird nicht ins Land gelassen oder vom Militär abgefangen. Das Tragische daran ist, dass die Militärs, die das Land regieren, einen tiefen Glauben in Prophezeiungen und das Okkulte haben und dieses Unglück wohlmöglich als göttliche Strafe ansehen und dadurch bewusst die Verteilung von Hilfsgütern verhindern.