Das Monster [Kolumne BORDERLINE]

In geraumer Entfernung schweben sie um mich, meine Dementoren und beobachten mich, damit ich immer in meinem Askaban bleibe. Für gewöhnlich halten sie genug Abstand, aber an manchen Tagen drehen sie immer engere Kreise um mich herum und vereinigen sich zu einem schwarzen Monster, das von mir Besitz zu ergreifen versucht.

Mit ein bisschen Glück habe ich genug Tavor da, um meinen Patronus-Zauber durchzuführen; manchmal ritze ich meine Unterarme oder Oberschenkel lange genug, damit sie zurückweichen. Jeder Schnitt tut so gut und ist doch so falsch; doch wenn sie mich küssen, dann ist alles verloren.

Für meine Angehörigen heisst das: Ich habe einen weiteren Selbstmordversuch hinter mir [WTF]. Für mich heisst es: Ich habe erneut gegen mein Monster verloren [Fuck]. Ich will mich nicht umbringen. Ich werde umgebracht, von mir selbst, von meinen Dementoren. Ich habe verdammt nochmal Borderline. ICH SCHREIE: ICH HABE BORDERLINE, aber du hörst mich nicht und ich höre mich auch nicht. Ich schreie hinter dem Panzerglas meiner Seele.

Meine Haut ist eine Wüste, mit Rissen, die sich bis in meine Seele ziehen, mit Narben so groß, dass keine Oase darauf gedeihen kann. Und in der Ferne sehe ich sie, wie sie warten und lauern: Ein falscher Gedanke, ein falsches Wort und das Monster kommt. Und es kommt mit solch ungeheurer Wucht, dass ich ihm nichts entgegensetzen kann. Ich tauche ab in meine eigene Caldera. Manchmal reicht es, manchmal nicht …

 

Was ist Borderline? (Wikipedia)