Der kleine Hund, der über die Bettdecke lief

Ein Gastbeitrag von El Maya.

Als meine Hündin Cindy verstarb, brach eine Welt für mich zusammen. Ihr Tod kam überraschend innerhalb von vierundzwanzig Stunden und ich war damit völlig überfordert. Sie bekam eine schöne Beerdigung und dennoch blieb die Trauer in mir hängen. Nur zu gerne hätte ich gewusst, ob sie noch irgendwo existiert. Damals hatte ich keine Ahnung davon, was sich zwischen den Dimensionen abspielt und war ein völliges Greenhorn. Zwei Wochen nach dem Tod der Hündin erlebte ich nachts ein eigenartiges Erlebnis. Ich wurde wach, oder besser gesagt, ich war halbwach als ich diesen Duft roch. Es war ein eindrucksvoller starker Geruch der von meinem Kissenbezug ausstrahlte. Sofort wusste ich, dass das der Geruch von Cindy ist. Aus Sorge, dass sich der Duft gleich wieder verflüchtigt, bewegte ich mich keinen Millimeter. Stattdessen inhalierte ich den Geruch wie ein Süchtiger. Irgendwann muss ich wohl eingeschlafen sein. Am nächsten Morgen untersuchte ich den Kissenbezug und schnupperte mit meiner Nase das Textil ab. Doch es roch nach nichts. Wie denn auch? Schliesslich war der Bezug erst vor zwei Tagen neu bezogen worden! Ich blieb mit der Erfahrung irritiert und verwundert zurück.

Einige Zeit später erlebte ich das nächste Phänomen. Als ich in der Waschküche zugange war, sah ich plötzlich etwas Kleines an mir vorbeiflitzen. Das war doch Cindys Fell!, dachte ich und rieb mir die Augen. Der Moment war ultrakurz und doch war ich mir sicher ihr Fell erkannt zu haben. Das Absuchen der Waschküche nach dem vermeintlichen Hund, der eigentlich tot war, erbrachte keine Erkenntnisse. Erst als ich Cindy noch einmal sah, war mir klar, dass ich mir das nicht einbildete. Ich zog in Erwägung, dass die Seele mir ein Zeichen senden wollte. Doch Cindy hatte noch mehr Kunststücke auf Lager.

Denn das dritte Erlebnis war ausschlagend, dass ich anfing mich mit dem Tod, den übergegangenen Seelen und deren Zeichen zu beschäftigen. Frühmorgens gegen fünf Uhr wurde ich halbwach. Ich war in dem Zustand, indem man nicht mehr schläft, aber auch nicht hellwach ist. Meistens ist man kurz davor sich zu bewegen oder das Licht anzuschalten. Doch so weit kam es nicht. Denn in diesem Moment spürte ich, dass etwas über meine Bettdecke lief. Ich bin Bauchschläfer und fühlte, wie Etwas über meinen Rücken schlich. Sofort versuchte mein Gehirn diese Situation aus den Erinnerungen heraus zu vergleichen und wurde fündig. Cindy lief gerne über meine Bettdecke und es fühlte sich genauso an. Ich konnte die vier Pfoten spüren, die sich in den Stoff der Decke drückten. Auch dass ich ein reales Gewicht von einem kleinen Hund vernahm, war höchst erstaunlich.

Meine Idee, mich umzudrehen und nachschauen blieb erfolglos, weil ich mich nicht bewegen konnte. Auch meine Stimme versagte. Was ich fühlte, war eine Mischung aus Angst, Ungläubigkeit und Freude. Doch mir fiel ein, dass man mit Geistern in Gedanken sprechen kann. Und genau so ging ich auch vor. Ich sagte ihr, dass es mir Angst macht, wenn sie auf der Bettdecke herumläuft. Und ich bat sie das zu unterlassen. Damit endete sofort die Bewegung auf meine Bettdecke und ich konnte mich auch wieder bewegen. Im Nachgang bereute ich es, sie weggeschickt zu haben, denn ich war nun richtig neugierig. Heute habe ich keine Angst mehr, wenn mir Schattenfiguren begegnen oder ich Gerüche von Verstorbenen wahrnehme. Denn diese Phänomene haben mich tief beeindruckt, so dass mich in die Materie eingearbeitet habe. Inzwischen bin ich selbst ein spirituelles Medium, Hellseherin und Karmaexpertin. Ich weiss, dass der Hund mir zeigen wollte: Ich bin noch da, ich bin nur an einem anderen Ort!