Die Macht der Flüche, Verwünschungen und Schadenszauber

“Niemals soll ein Grimaldi Glück in der Ehe finden”, lautete der Fluch einer Flämin, nachdem sie von Rainier I. von Monaco – dem Begründer der Grimaldi-Dynastie – Ende des 13. Jahrhunderts der Sage nach geraubt und vergewaltigt wurde. Dieser Fluch sollte über viele Jahrhunderte Bestand haben. 1982 verlor Prinz Rainier III. seine Frau, die Schauspielerin Grace Kelley, bei einem schweren Autounfall. Deren Tochter Stephanie, die mit im Auto der Mutter saß und den Unfall überlebte, führte anschließend mehrere erfolglose Ehen. Die Geschichte ließe sich jetzt über andere Familienmitglieder weiterspinnen. Aber auch andere berühmte Familien, wie beispielsweise die Hemingways oder aber auch die Kennedys scheinen unter einer unsichtbaren dunklen Macht, einem Fluch oder einer Verwünschung zu leiden.

Was ist ein Fluch oder eine Verwünschung?

Ein Fluch ist die Potenzierung einer Beleidigung bei einer gleichzeitig gezielten Entladung negativer Energien in Richtung des Fluchopfers. Damit eine Beleidigung oder ein ausgesprochener Fluch zum echten Fluch werden kann und nicht einfach verhallt, muss die Negativität derart stark sein, dass eine negative Entladung stattfinden kann. Vergewaltigungen oder auch Tötungsdelikte können eben diese Kraft auslösen. “Der Fluch eines Sterbenden ist das Mächtigste. […] Der klebt an der Seele, den wirst du nicht mehr los.” (Aus: Daniel Kehlmann: Tyll. 2017). Ein Fluch – im Moment der Tat ausgesprochen – besitzt eine unglaubliche Macht, die Zeiten überdauern kann. Die Flüche von Hinrichtungsopfern im Mittelalter waren gefürchtet, weshalb sich Richter und Henker vor der Hinrichtung stets vom Hinzurichtenden freisprechen ließen, was diese jedoch nicht immer taten.

Dringt der Fluch dabei in das Unterbewusstsein des Fluchopfers hervor, beginnt die Person alles Negative darauf zu beziehen und gibt dem Fluch damit zugleich noch mehr Kraft, wodurch ein Fluch meist auch an die folgenden Generationen weitergeben werden kann, da er wohlmöglich immer wieder auf die eine oder andere Weise zur Sprache kommt.

Ein Fluch benötigt also drei Komponenten, eine Verwünschung, die in einer maximal negativen Energie gebannt und auf das Opfer übertragen wird. Hat das Opfer Kenntnis des Fluchs, kann seine Wirkung noch verheerender sein, da das Unterbewusstsein oder auch das Bewusstsein des Opfers negative zukünftige Ereignisse darauf zurückführt. Eine Verwünschung kann jedoch auch unausgesprochen sein, über die negative Energie des Bösen Blicks. Hierbei werden negative Energien ausschließlich über die Augen des Verfluchenden in die Augen des Verfluchten geleitet. Da die Augen auch als “Tor zur Seele” gelten, gelangt die Negativität direkt in das Unterbewusstsein und die Aura des Fluchopfers.

Doch nicht immer muss ein Mensch Verfluchungen oder Verwünschungen direkt erlebt haben, um ihnen dennoch ausgesetzt zu sein. Hier kommen die schriftlichen Bannzauber und Flüche ins Spiel. Man geht hierbei davon aus, dass (geschriebene) Worte eine eigenständig negative oder auch positive Wirkung und energetische Ausprägung haben können, wenn sie im Namen einer speziellen Instanz, eines Gottes, eines Engels, eines Dämons oder auch einer Sache geschrieben werden.

Schutz vor Flüchen

Gänzlich unspirituelle Menschen, wie sie oft in der westlichen Welt zu finden sind, sind gegenüber Flüchen meist ungeschützt, da aktive Energiearbeit, die sie nicht ausüben, beim Schutz gegen Flüche eine wichtige Rolle spielt. Religiöse Menschen schützen sich über Gebete, die in ihrer Funktion ganz ähnlich den Flüchen sind, aber eben entgegengesetzt wirken, gewissermaßen als positive Bannzauber. Sind die Menschen dazu gläubig und ziehen positive Kraft aus ihrem Glauben, wirkt das der Negativität des Fluchs – bis hin zu seiner Auflösung – entgegen. Aktive Energiearbeiter – Menschen, die beispielsweise meditieren – spüren die negativen Energien in ihrer Aura und wirken ihnen aktiv entgegen.

Aber auch hier können schriftliche Bannzauber einen zusätzlichen Schutz erwirken, wie beispielsweise SATOR-Quadrat, ein Satzpalindrom als magisches Quadrat, wenn sie auf Gegenstände wie ein Haus oder dergleichen gezeichnet oder als magisches Utensil getragen werden.

SATOR

Ein weiterer mittelalterlicher Bannzauber gegen böse Hexerei und Verwünschungen aller Art:

INRI

Weitere Gebete und Schutzzauber jeglicher Art bietet das Romans-Büchlein in der Ausgabe von 1908.

Die Potenzierung von Flüchen: Schadenszauber

Flüche und Bannsprüche sind in ihrer Art und Durchführung meist einfach gehalten. Entsprechend ist ihre Wirkung auch nicht immer gegeben. Um die Wirkung eines Fluchs zu verstärken oder gar zu potenzieren, wird er mit einem Schadenszauber verwoben. Der Schadenszauber ist eine ritualisierte Form des Fluchs. Meist werden hierbei in schwarz-magischen, mehr- oder minder komplexen Ritualen Gottheiten oder Dämonen angerufen, die einen entsprechend negativen Einfluss auf auf das Opfer ausüben sollen. Insbesondere die alten Grimoires geben hier über die genauen Praktiken Auskunft.

Auch die christliche Religion verfügt hier über ihre ganz eigene Form des Schadenszaubers, das Mortpetten oder auch Totbeten. Hierbei werden Gebete, meist Psalmen, rückwärts gesprochen und an deren Ende der Name des Opfers genannt.