Die Wolfsmenschen

Mexiko City/ Mexiko – Wer kennt sie nicht, die Legende des Werwolfs oder Wolfsmenschen, wenn sich des Nachts Menschen unter Einfluss des Mondes zu Werwölfen verwandeln und übernatürliche Kräfte entwickeln.

Was aber, wenn nicht der Mond, sondern die eigenen Gene, Menschen in wolfsähnliche Gestalten verwandeln, wie im Falle des 23jährigen Danny Ramos Gomez aus Mexiko City, der unter einem sehr seltenen Gen-Defekt, Hypertrichosis, leidet, der das menschliche Haar abnormal stark wachsen lässt.

Auch Dannys Bruder Larry leidet unter der Krankheit und gemeinsam sind sie bekannt für ihre waghalsigen Kunststücke, die sie als Artisten in einem mexikanischen Zirkus aufführen. Aber als sie noch Kinder waren, da war vieles anders. Sie waren Teil einer Art Freak-Show, wurden wie Tiere zur Schau gestellt und erlangten traurige Berühmtheit unter dem Namen “die Wolfskinder”.

Bis auf ihren sehr starken Haarwuchs unterscheiden sich Danny und Larry nicht von anderen Menschen. Der Genetiker Dr. Luis Figuera, der Hypertrichosis bereits seit 20 Jahren am Biomedizinischen Forschungszentrum in Mexiko City untersucht, sagt, dass es keine Verbindung zwischen dem Mond, Wölfen und Hypertrichosis gibt. Er hofft, durch seine Forschungen, den starken Haarwuchs irgendwann einmal lindern oder sogar vollständig eindämmen zu können.

Laut Figuera gibt es Gene, die im Laufe der Evolution ihre Funktion verloren haben und so stamme dieses Gen aus der Zeit, als sich der Affe zum Menschen entwickelte und ist heute nicht mehr aktiv. Durch eine Form der Mutation wurde das Gen in der Gomez Familie versehentlich wieder aktiviert. So sind etwa 20 Familienmitglieder betroffen, die das mutierte Gen weitergeben, jedoch leiden nicht alle Familienangehörigen unter den Symptomen des Gen-Defekts.

In der Familie Gomez selbst geht jeder anders mit der Krankheit um. Während Danny und Larry über ihre Arbeit als Artisten einen Weg gefunden haben, sich damit zu arrangieren, entfernt sich deren Cousine Jamie alle drei Tage die nachgewachsenen Haare. Jamie ist zur Zeit schwanger und sie hofft, dass die Hypertrichosis Symptome bei ihrer Tochter nicht ausbrechen werden. “Und wenn doch, werde ich sie genauso lieben”, entgegnete sie.

Quelle: kltv.com / ABC News