Englische Wasserversorger setzen auf Wünschelrutengänger

Zehn der zwölf großen Wasserversorger Großbritanniens setzen nach wie vor auf Wünschelrutengänger, um Lecks und undichte Stellen aufzuspüren, obgleich der Erfolg dieser Praxis nicht wissenschaftlich bewiesen ist.

Während Wünschelrutengänger und auch Versorger von der Effektivität dieser Methode überzeugt sind, halten Wissenschaftler sie für “Hexerei”: “Das ist keine Technik, das ist Hexerei”, so Christopher Hassall von der Universität Leeds. “Die Behörden sollten sich einschalten und dies verbieten. Es ist analog zu sehen, wie Homöopathie und Reiki im Vergleich zur Schulmedizin. Es verschwendet Zeit und Geld.”

Der Versorger Severn Trent, der immerhin 4,5 Millionen Haushalte in Großbritannien versorgt, verteidigt die Verwendung von Wünschelruten, verweist aber auch auf die Verwendung neuerer Methoden:

In der britischen Öffentlichkeit sorgte diese Meldung sowohl für reichlich Hohn und Spott, aber auch für großen Unmut über die damit verbundenen Kosten, die natürlich an die Verbraucher weitergegeben werden.

Die Wünschelrute ist erstmals 1430 durch Andreas de Solea belegt, der sie zum Aufspüren von Metallen verwandt hat. Martin Luther hingegen sah in ihrer Verwendung einen Verstoß gegen die zehn Gebote, wenn sie beispielsweise zum Aufspüren von Schätzen verwendet wurde.