Exorzist (k)ein Ausbildungsberuf? [Kommentar]

Ein Artikel auf bento.de schreckte mich heute aus meiner Lethargie: Exorzimusverband fehlt der Nachwuchs. Es war ein kurzer Teaser des Artikels: Exorzisten klagen über Nachwuchsmangel auf dem Portal katholisch.de. Als Autor von geisternews.de reibe ich mir natürlich die Hände; denn das heisst ja im Umkehrschluss: Es gibt mehr Besessenheit. Prima!

Aber das ist ein Trugschluss; denn das hieße ja gleichzeitig, dass die (katholische) Kirche das alleinige Recht auf einen Exorzismus hätte und hier zeigt der Artikel eigentlich seine wahre Intention: Die Angst davor, dass andere: Magier, Hexen, Schamanen (freie) Priester der Kirche diesen Job nicht nur streitig machen, sondern abnehmen.

Und schon kommen die echten Dämonen (der Kirche) zum Vorschein: In Italien erleben Hexen, Magier, Heiler derzeit eine Hochkonjunktur und das ist (muss) der Kirche natürlich ein Dorn im Auge (sein). So berichtet der Ordensmann Benigno Palilla dem Portal Vatican News: “Indem man das tut [sich an Magier, Hexen, Schamanen wendet], öffnet man dem Dämon die Tür – und der Besessenheit.”

Ein aktueller Fall aus Polen zeigt jedoch, dass ausgebildete Priester eben keine Flatrate auf Exorzismus haben und es sich auch gerne leichtmachen: Wenn der Exorzismus nicht funktioniert, ist es eben eine psychische Erkrankung.

Exorzismus ist eben kein Ausbildungsberuf und Geister machen nicht vor illustren Gebeten, Weihwasser und Weihrauch Halt, wie es phantastische Romane, wie das Rituale Romanum beschreiben. Es sind manchmal eben vielleicht auch genau die Schamanen und Hexen mit ihren Bräuchen, die lange vor der christlichen Kirche existierten, die eben genau wissen, wie Geistern – oder auch deren psychischen Ausprägungen – zu begegnen ist.

Die Zeit der Hexenjagd ist – Gott sei Dank! – vorbei.