Exotische Totenverehrung in den Niederlanden

Utrecht/ Niederlande – Die Totenverehrung in den Niederlanden nimmt immer mehr ‘exotische’ Züge an, wie eine neue Studie der Radboud Universität in Nijmegen belegt.

“Priester und Pastoren werden bei Bestattungen und Beerdigungen immer nebensächlicher. Meist verhandeln die Angehörigen mit Bestattungsunternehmen über eigene Totenriten”, sagte Eric Venbrux, Professor für Anthropologie und Religion an der Radboud Universität.

Venbrux berichtete, dass in den Niederlanden der Schwerpunkt nicht mehr auf der Trauer der Hinterbliebenen liegt, sondern auf dem Leben der verstorbenen Person. Das drückt sich durch eigene Altäre aus, die Angehörige für Verstorbene errichten. Die Asche von Verstorbenen wird in persönlichem Schmuck verarbeitet oder sogar in die Haut tätowiert. In anderen Fällen werden Flaschen mit Briefen in die Gruft gelegt oder verstorbene Kinder erhalten jährlich Geburtstagsgeschenke.

“Im Umgang mit dem Tod sind die Niederlande eine der exotischsten Gesellschaften. Es gibt eine unglaubliche Vielfalt persönlicher Totenriten”, so Venbrux.

Venbrux untersuchte zuvor die Bestattungsriten in alten Schweizer Dörfern und der Aborigines in Australien. Im Vergleich bezeichnete er die Art der niederländischen Bestattungs- und Totenriten als eine “neue religiöse Komplexität”.