Frau bei Exorzismus ertrunken

Wellington/ Neuseeland – Eine 22-jährige Frau aus Neuseeland wurde bei einem Exorzismusritual ertränkt. 40 Familienangehörige beobachteten das Geschehen ohne einzugreifen.

Um die 22-jährige Janet Moses von einem Maori-Fluch, Makutu genannt, zu befreien, wurde die Frau bis zur Bewußtlosigkeit und schließlich bis zum Tode unter Wasser gehalten.

Der Exorzismus wurde durchgeführt, weil Angehörige der Frau glaubten, dass die Mutter zweier Kinder mit einem Fluch belegt sei, der durch den Diebstahl eines magischen Artefakts bedingt gewesen ist. Ein Mitglied der Familie hatte angeblich ein teures Schmuckstück gestohlen, wodurch die Frau verflucht wurde.

Erst neun Stunden nach dem Tod der Frau alarmierte die Familie die Polizei. Gerichtsmediziner stellten fest, dass das Opfer ertrunken ist und starke Verletzungen an Armen, Beinen und Oberkörper aufwies, worauf die Mordkommission die Ermittlungen aufnahm. “Wir trafen zunächst auf eine Mauer des Schweigens”, berichtete Sergeant Ross Levy von der Wellingtoner Polizei. “Aber wir gehen von einem speziellen Maori-Ritual aus, bei dem die Person getötet wurde.” Hundert Personen wurden in dem Fall mittlerweile vernommen.

Dr. Hone Kaa, Diakon der Anglikanischen Maori Kirche, berichtete, dass diese Exorzismusrituale unter den Einheimischen noch immer alltäglich sind, ihm sind aber nie Berichte über stärkere Verletzungen zu Ohren gekommen.

“Man muss die Person festhalten, damit der Geist auskehrt, der in der Person kämpft, darum benötigt man auch weitere Teilnehmer, die den Exorzismus unterstützen. Natürlich griffen die Menschen nicht ein, die an dem Ritual beteiligt gewesen sind. Sie gingen davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat, und dass niemand verletzt oder sogar getötet wird”, so Kaa.

Die Frau wurde in einem traditionellen Maori-Bestattungsritual beigesetzt.

Update (12.12.07): Neun Angehörige, sechs Frauen und drei Männer, von Janet Moses wurden nun von einem Gericht in Wellington wegen Totschlags angeklagt.