Gabriele Hasmann – Geisterjäger

Wenn im deutschsprachigen Raum der Begriff ,,Geisterjäger” fällt, denken die meisten Menschen wahrscheinlich eher an den amerikanischen Film Ghostbusters oder an die Helden fiktiver Gruselgeschichten, als an manifeste Menschen, die sich wirklich auf die Suche nach dem Übersinnlichen begeben.

Dass diese Suche aber zu einer echten Passion für Menschen werden kann, zeigt Gabriele Hasmann in ihrem gleichnamigen Buch. Die Autorin begleitete das Team der Austria Paranormal Investigators (API) bei manchen ihrer Untersuchungen und schrieb einige der Geschichten nieder.

Das Buch richtet sich dabei keineswegs nur an Mystiker, spirituelle Menschen oder an Freunde des Paranormalen; diese hätten wahrscheinlich bereits ihre Schwierigkeiten mit den einführenden Definitionen darüber, was Geister sind oder eben auch nicht. Vielmehr erzählt dieses Buch die Geschichten, die dem Team der Austria Paranormal Investigators im Laufe der letzten Jahre, seit ihrer Gründung 2006, während ihrer ,,Jagd”, wiederfahren sind. Diese Geschichten sind natürlich gruselig, unheimlich und skurril, aber wider Erwarten auch komisch, was nicht zuletzt der spritzigen Schreibweise der Autorin geschuldet ist.

Hasmann macht die nüchterne und manchmal auch ernüchternde Arbeit der ,,Geisterjäger” deutlich, wenn stundenlange Videoaufzeichnungen oder hunderte von Digitalfotos in akribischer Arbeit analysiert werden müssen und am Ende leider keine paranormalen Ergebnisse zu Tage treten oder aber die Freude darüber, eine ganz besondere Fotografie, Ton- oder Videoaufnahme gemacht zu haben, deren Inhalt sich niemand wirklich erklären kann.

Ganz und gar nicht nüchtern sind die Örtlichkeiten, an die es die Geisterjäger von API in ganz Europa verschlägt, die zumeist eine dunkle, lange oder sagenumwobene Geschichte haben: Zu alten Burgruinen, Schlössern, Klöstern oder Villen, darunter zum Beispiel das berüchtigte Kloster Lucedio, das sich unter den Top Ten der ,,scariest places” weltweit befindet. Zu jeder Geschichte gibt Hasmann zunächst einen kurzen historischen Abriß über die Örtlichkeit, berichtet dann über die Geisterjagd selbst und gibt abschließend die Untersuchungsergebnisse von API wieder.

Der Leser findet sehr schnell Zugang zu diesem recht exotischen Stoff, da die Schilderungen authentisch und nah wirken und man schnell selbst mit dem Team von API – Uschi, Tina, Ernst, Günther, Birgit und Melanie – mitfiebert; eine Hauptauszeichnung dieses Buches: Es bringt den Leser einerseits sehr dicht an das Geschehen heran und stellt andererseits die Protagonisten, API, natürlich und unübertrieben dar, was bei dieser Thematik keinesfalls einfach ist.

So sei dieses kurzweilige Buch auch jedem nicht fachlich betroffenen Leser ans Herz gelegt. Es wird Spirituelle nicht erleuchten und Skeptiker kaum weniger zweifeln lassen, aber es leistet gute Pionierarbeit in einem grenzgängerischen Fachgebiet.

Weiterführende Links:
Austria Paranormal Investigators

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