Geister in Gerichtshaus

Hutchinson/ USA – Ungewöhnliche Dinge tragen sich im Reno County Gericht zu. Lichter gehen an oder aus. Kerzen entzünden sich von selbst. Sogar ein Kopier verrichtet seinen Dienst angeblich von allein, ohne dass jemand anwesend ist.

Bei dem Geist soll es sich angeblich um eine ehemalige Inhaftierte namens Lily handeln, die in ihrer Zelle Selbstmord begann und nun im Gericht spukt.

“Eines abends, es war so gegen 22.30 Uhr, arbeitete ich noch in meinem Büro im fünften Stock, als plötzlich nebenan der Kopierer anging. Ich bin nur noch gerannt”, berichtete die Sekretärin Jamie Bontrager.

Und auch der Reinigungskraft Charona Owens sind seltsame Dinge widerfahren, als sie während ihrer Nachtschicht das Gebäude reinigte. “Ich war gerade dabei die Herrentoilette zu reinigen, als ich eine Art Weinen hörte. Zunächst dachte ich, es sei ein Vogel, aber dann erkannte ich es klar als Weinen oder Wimmern”, so Owens. “Es kam aus der Klimaanlage. Und wann immer ich im fünften Stock arbeite, fühle ich mich beobachtet. Ich bekomme dort immer eine Gänsehaut.”

Der Hausmeister Harlen Depew berichtete, dass er eines abends nur kurz einen Raum verließ, um etwas nachzusehen, als er zurückkam, fand er eine brennende Kerze vor. “Der Wachs war noch nicht einmal geschmolzen”, berichtete Depew.

Das Gerichtsgebäude wurde 1929 gebaut und beherbergte bis 1971 Häftlinge, die kurz vor der Verhandlung standen. Viele Gerüchte ranken sich seitdem insbesondere um das fünfte Stockwerk, wo die Häftlinge untergebracht waren und wo es in der Tat Selbstmorde gegeben hat.

Jedoch gibt es auch skeptischere Haltungen gegenüber den Spukgeschichten. “In den 45 Jahren, in denen ich hier tätig bin, habe ich nie einen Geist gesehen, nur von ihnen gehört”, sagte der Richter Richard Rome aus dem dritten Stockwerk. Das gleiche gilt für seinen Kollegen Keith Schroeder. “Ich habe nie irgendwelche Beweise für die Spukgeschichten gesehen. Es sind halt Geschichten”, so der Richter.

Dennoch berichtete der ehemalige stellvertretende Geschäftsführer, Larry Thode, dass er nie von seinen Mitarbeitern verlangt hat, dass sie nach acht Uhr im Gerichtshaus arbeiteten. “Ich war wirklich besorgt und sagte meinen damaligen Vorgesetzten, dass ich es von niemandem verlangen würde, der unter mir arbeitet, dass er abends oder nachts im fünften Stock arbeiten muss; denn da war einfach etwas.”