Geisterhafte Lichter im Sumpf

Bhuj/ Indien – Viele mysteriöse Geschichten ranken sich um den Rann von Kachchh, einen Salzsumpf nahe der indischen Grenze zu Pakistan. Menschen berichteten immer wieder von tanzenden Lichtern, die sie dort in besonders dunklen Nächten gesehen haben.

Die Bewohner der Region nennen dieses bisher unbekannte Phänomen Chhir Batti, was soviel wie Geisterlicht bedeutet.

Jugal Kishor Tiwari, ein Ornithologe der Region, hat die Lichter bereits mehrfach beobachtet. “Das erste Mal haben wir diese Lichter bei einer Studie über die regionalen Vögel im Jahre 1990 gesehen.”

“Die Lichter sind so hell, wie das Licht einer Quecksilberlampe und wechseln ihre Farbe zu blau und manchmal zu rot. Manchmal ist es wie ein sich bewegender Feuerball. Manchmal bleiben die Lichter stehen und dann bewegen sie sich wieder pfeilschnell. Am 5. November 2005 haben wir das Phänomen an sieben verschiedenen Orten beobachtet. Wir befragten mehrere Experten weltweit, auch den berühmten Vogelforscher Bill Clark, aber niemand konnte das Phänomen erklären”, so Tiwari.

“Nein, das sind sicherlich keine Geister, wie die Bewohner der Region annehmen, aber solange niemand das Phänomen plausibel erklären kann, werden die Menschen glauben, dass es Geister sind. Diese Lichterscheinungen gab es schon immer in dieser Region”, berichtete der Forscher.

Die Lichter werden nur in besonders dunklen Nächten beobachtet. Sie bewegen sich immer zwischen einem, bis drei Meter über dem Boden.

“Von den Lichtern geht jedoch keine Gefahr aus. Manchmal kommt es einem so vor, als würden sie mit einem Versteck spielen. Manchmal folgen sie einem aus sicherer Entfernung, manchmal locken sie einen auch in den angrenzenden Dschungel.”