Japaner rettete mehr als 600 Menschen vor Suizid

Tojinbo/ Japan – Klippen im Sonnenuntergang sind für viele Menschen ein romantischer Anblick. Für manche ist es jedoch auch ein Ort, um der Welt endgültig den Rücken zu kehren und sich umzubringen. Ein Japaner versucht dies seit Jahren erfolgreich zu verhindern.

609 Menschen hat der Japaner Yukio Shige bereits vor dem Selbstmord bewahrt, wenn er Tag für Tag auf die Tojinbo Klippen hinaufsteigt und Menschen anspricht, die verloren an den Rändern der 20 bis 30 Meter hohen Felsen stehen und in die Tiefe blicken.

“Diese Leute bitten um Hilfe. Sie warten nur darauf, dass jemand mit ihnen spricht”, berichtete der 73-jährige Rentner der LA Times. Er versuche sich ihnen dann wie ein Freund zu nähern, sie zu beruhigen und ihnen einfach zuzuhören. Meist würden die Menschen dann von ihrem Vorhaben ablassen, ohne dass er vielmehr tun müsste.

Shige gründete eine gemeinnützige Organistation und hat mittlerweile 20 Helfer, mit denen er gemeinsam die Klippen abgeht, aber auch er kann nicht jeden Selbstmord verhindern. Im vergangenen Jahr brachten sich 10 Personen an den Tojinbo-Klippen um.

Selbstmord ist die häufigste Todesursache von Japanern im Alter zwischen 15 und 39 Jahren, was auch dem enormen Leistungsdruck der modernen japanischen Leistungsgesellschaft geschuldet ist. Shige berichtet auch von vielen Schülern, die dem Leistungsdruck in der Schule nicht mehr gewachsen sind. Sie sitzen meist stundenlang an den Klippenrändern, bis die Sonne untergeht und die Touristen verschwinden. Und dann verschwinden auch sie – zum letzten Mal.

 


Disclaimer: Sollten Sie unter Depressionen und Suizidgedanken leiden, hilft Ihnen die Telefonseelsorge. Diese erreichen Sie online unter: http://www.telefonseelsorge.de/ oder unter den folgenden kostenfreien Rufnummern: 0800/111 0 111 · 0800/111 0 222 · 116 123