Japaner schickte Finger an Premierminister

Kurashiki/ Japan – Ein Japaner wurde verhaftet, weil er dem Premierminister, Shinzo Abe, seinen Finger schickte. Er wollte damit die Bedeutung seines Anliegens untermauern.

Yoshihiro Tanjo filmte sich selbst, während er sich den Finger abhackte und schickte den Finger, das Video und ein Protestschreiben an den japanischen Premierminister, Shinzo Abe. Tanjo war erbost darüber, dass der Premierminister stets der Yasukuni-Gedenkstätte fernblieb, die als Symbol Japans für die Niederlage im Zweiten Weltkrieg gilt.

“Ich dachte mir, er würde das Schreiben ignorieren, darum legte ich meinen Finger dazu, um die Bedeutung meines Anliegens für ihn zu untermauern”, berichtete Tanjo der Polizei.

Das mitgelieferte Video, das teilweise im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, zeigt Tanjo allein, mit einem traditionellen Kimono bekleidet, wie er sich das erste Glied seines Fingers abhackte. Im Hintergrund die japanische Flagge.

Abe hatte bisher aus diplomatischen Gründen davon abgesehen, die Gedenkstätte zu besuchen, da sie in China und Korea als Symbol der japanischen Besetzung während des Zweiten Weltkrieges gesehen wird. Ein Besuch des Premierministers an der Yasukuni-Gedenkstätte könnte als Affront aufgefasst werden.

Laut Angaben der Polizei wurde der arbeitslose Mann, der angeblich Kopf einer rechtsextremen Gruppierung ist, wegen Nötigung verhaftet und angezeigt. Regierungssprecher äußerten sich bisher nicht zu dem Vorfall.