Lisas geisterhafte Schwester – Maries Raum

Hamburg/ Deutschland – In den meisten Familien sind die Kinder froh, wenn sie ein eigenes Zimmer bekommen. Bei Familie Zaimoglu aus Hamburg bekommt auch die imaginäre Freundin der Tochter einen eigenen Raum.

Lisa ist dreizehn Jahre alt, wie auch ihre “Schwester” Marie. Einziger Unterschied: Marie ist ein Geist – Lisas imiginäre Freundin.

“Wir haben zu Beginn überhaupt nicht verstanden, was Lisa meint”, so Britta Zaimoglu. “Wir wollten immer, dass Lisa ihre Freundin doch mal zu uns einlädt. Wir verstanden nicht, dass sie längst da war.”

“Nach langer Diskussion versprachen wir Lisa, dass wir ihrer Freundin ein Zimmer einrichten, nachdem wir gemerkt haben, wie wichtig Lisa das ist – Maries Raum -. Ein Zimmer, in dem die beiden zusammen spielen können”, sagte die Dreiunddreißigjährige.

“Ich hatte zunächst Schwierigkeiten damit, dass Lisa vermeintlich Selbstgespräche führt. Heute ist es für mich ein Stück Normalität, dass wir über Marie – auch am Essenstisch sprechen. Mein Mann kann damit jedoch nur schwer umgehen.”

Lisa hat natürlich auch Freunde in der Schule, aber keinem ihrer Freunde widmet sie so viel Zeit wie Marie. “Die Gesellschaft erlaubt es nicht, dass wir mit Geistern kommunizieren oder sie an unserem Leben teilhaben lassen, darum haben wir Lisas Geburtstag zweimal gefeiert: Einmal mit Lisas Freundinnen und einmal mit Marie”, so die IT-Beraterin.

“Ich kann allen Eltern nur empfehlen: Verbietet euren Kindern die imaginären Freunde nicht. Es ist egal, ob sie vielleicht für uns real sind oder nicht, für unsere Kinder sind sie es und ich sehe einfach, wie sehr Lisa von dieser Freundschaft profitiert.”