Neujahrsbräuche: Geister- und Aberglaube

Berlin/ Deutschland – Mit lautem Knallen beginnt bei uns meist das Neue Jahr, um angeblich die bösen Geister zu vertreiben. Doch kann man Geister wirklich mit lautem Knallen und Böllern vertreiben? Und woher kommt eigentlich dieser Aberglaube?

153 v. Chr. wurde im Römischen Reich der Neujahrsbeginn vom 1. März auf den 1. Januar gelegt. Der Termin wurde aber offiziell von der Kirche erst 1691 durch Papst Innozenz XII anerkannt. “Silvester” wird der Tag vor Neujahr weiterhin genannt, weil Innozenz den 31. Dezember zum Heiligentag von Papst Silvester I ernannt hat.

Die Nächte vom 25./26. Dezember bis zum 5./6. Dezember werden, bzw. wurden auch als die “Zwölf Nächte” bezeichnet. Dies war angeblich die Zeit, in der besonders viele Geisterscharen und Dämonen durch die Lande zogen und den Menschen Unglück brachten, die sich nicht auf besondere Weise, sei es durch heidnische Bräuche oder ein gesittetes Leben, geschützt hatten.

Der so genannte “Pelzer” zog in unseren Breiten in den Rauhnächten, also der ersten und der letzten Nacht der “Zwölf Nächte” und der mittleren, der Neujahrsnacht, von Haus zu Haus und räucherte Weihrauch in jeder Wohnung und in den Ställen. Er war gehüllt in Tierfelle und trug Masken, um als “Scheingeist” die bösen Geister zu vertreiben.

Insbesondere die Perchten gingen zu jenen Tagen um und verbreiteten Angst und Schrecken.

Auch der böse Geist der Frau Holle, der uns heute in abgewandelter Gestalt in Märchen begegnet, verbreitete mit seinen Geisterscharen Krankheit und Unglück, wenn ihm keine Opfer in Form von Trank und Speisen dargebracht wurden.

Doch die Menschen verließen sich nicht nur auf die Kraft des “Pelzers”, sondern versuchten auch selbst durch Schießen, Trommeln, lautes Pfeifen, Peitschenknallen die Geister zu vertreiben. Später kamen Böller und Kanonenschüsse hinzu, die sich zu dem heutigen Feuerwerk an Silvester entwickelten, wohl aber mit dem alten Brauch nichts mehr gemein haben.