Römische Fluchtafel gefunden

Leicester/ England – Englische Archäologen haben dieser Tage einen römischen Schatzfund in Leicester gemacht, der u.a. eine 1700 Jahre alte “Fluchtafel” beinhaltet.

Fluchtafeln sind Platten aus Metall oder Stein, die von den antiken Römern benutzt wurden, um sich mit Flüchen an Menschen zu rächen, die ihnen Böses getan haben.

In der Tafel aus Leicester bittet ein Mann namens Servandus darum, dass der Dieb seines Mantels von dem Gott Maglus zerstört werden möge. “An den Gott Maglus, ich nenne die Übeltäter, die den Mantel von Servandus gestohlen haben. Silvester, Roimandus – dass er den Dieb vor dem neunten Tage zerstören möge”, lautet die Inschrift der Tafel. Es folgt eine Liste von 19 Verdächtigen.

Diese Tafel liefert den Archäologen wichtige Informationen über das alltägliche Leben der Römer in England. Dabei spielen die Namen eine besondere Rolle. “Einige der Namen sind keltisch, einige römisch. Das hilft uns, die Anfänge und die Probleme dieser kulturellen Gemeinschaft besser zu verstehen”, so Richard Buckley, Co-Direktor der archäologischen Abteilung der Universität Leicester.

Fluchtafeln wurden meist von den einfachen und ärmeren Leuten verwendet. “Wenn ein Mantel dein ganzer Besitz ist, dann war das die Rache, die man sich leisten konnte”, so Buckley. Diese Tafeln wurden dann meist in der Nähe von Tempeln versteckt oder aufbewahrt.