Trauerfeier on Demand

Southampton/ England – Ein Krematorium aus Southampton bietet Angehörigen Verstorbener, die nicht zur Trauerfeier erscheinen können, nun die Möglichkeit, die Trauerfeier im Internet zu verfolgen.

Für 75 Britische Pfund, umgerechnet 95 Euro, haben Angehörige Verstorbener die Möglichkeit, die Trauerfeier im Internet live oder auch noch bis zu einer Woche nach der Trauerfeier zu verfolgen. Eine Kamera ist diskret in der Kapelle installiert.

Doch dem nicht genug, auch eine DVD der Trauerfeier oder nur eine Audio-CD kann käuflich erworben werden. Laut Aussage der Betreiberfirma, Wesley Music, soll der Service Angehörigen zugute kommen, die in der ganzen Welt verstreut sind und nicht an der Trauerfeier teilnehmen können.

“Familienangehörige leben heute immer öfter in großer Entfernung zu ihren Verwandten und es ist nicht immer einfach für Angehörige, zur Trauerfeier zu kommen”, so Trevor Mathieson, der Geschäftsführer des Krematoriums.

Doch auch Kritiker meldeten sich bereits zu Wort und bezeichneten den Dienst als makaber und beschuldigten die Stadtverwaltung von Southampton, Profit aus dem Tod anderer schlagen zu wollen. Die Stadt wies diese Vorwürfe jedoch zurück und entgegnete, dass der Dienst lediglich sich selbst finanziert.

Ungeachtet dessen wollen auch weitere englische Städte diesen Service ins Leben rufen. Liverpool, Cambridge, Nottingham, Peterborough und andere zeigten bereits Interesse.

Joan Childs starb im Alter von 68 Jahren an Lungenkrebs und war die erste, deren Trauerfeier im Internet übertragen wurde. Ihr 44-jähriger Sohn Wayne lebt in Perth Australien und konnte nicht an der Trauerfeier teilnehmen, nahm diesen Dienst jedoch gerne an und bezeichnete ihn als “großen Trost”.

Trevor Mathieson ist ebenfalls davon überzeugt, Angehörigen eine gute Möglichkeit zu bieten, trotz großer Entfernungen von ihren Verstorbenen angemessen Abschied nehmen zu können.