Warum ich kein Geld vom Boden aufhebe

Der Kalauer von Klein Fritzchen, der seiner gestürzten Großmutter nicht aufhelfen will, weil er ja nichts vom Boden aufheben soll, ist bekannt. Schließlich hat sie ihm ja kurz zuvor gesagt, dass man eben nichts vom Boden aufheben soll.

Wenn man denn nun schon das große Glück hat, im Alltag herrenloses Geld zu finden, hebt man es für gewöhnlich auf, freut sich wohlmöglich darüber und denkt sich nichts Schlechtes.

Und doch gibt es einen Zauber – Aberglaube oder nicht – mit dem man seine eigenen Krankheiten auf ein Geldstück oder einen Geldschein bespricht und es gezielt auslegt. Der vermeintlich glückliche Finder erfährt dann sehr schnell die Folgen, indem er unsere Krankheit übernimmt, während wir gesund werden.

Man kann Warzen besprechen, dieser Brauch ist allgemeinhin bekannt, man kann Gegenstände besprechen, aber man kann eben auch Geld besprechen und dies dient vordergründig dazu, etwas persönlich Negatives, wie beispielsweise eine Erkrankung abzustoßen.

Die Formeln und Techniken des Besprechens sind – ähnlich dem Besprechen von Warzen – vielfältig und werden von den durchführenden Personen meist nicht genannt. Beim Geld besprechen hat sich das “Pusten” als geeignet herausgestellt, wodurch man beim Besprechen des Geldes auf das Geld atmet oder pustet. Je größer der Geldwert ist, verbunden mit dem persönlichen Verlust, um so größer ist auch die Wirkung.

Daher kann mich ein 100 Euro, den ich vielleicht zufällig auf der Straße finde, noch so anleuchten. Ich würde ihn nicht vom Boden aufheben.