Wegen Geisterhochzeit verurteilt

Yanchuan/ China – Vier Männer wurden von einem Gericht in Yanchuan zu Haftstrafen verurteilt, weil sie Leichen von Frauen ausgruben und sie auf dem Schwarzmarkt verkauften, damit diese für ein bizarres Ritual, eine “Geisterhochzeit”, herhalten konnten.

Der Brauch geht zurück in die Zeit des 17. Jahrhunderts: In einem speziellen Ritual, der Geisterhochzeit, wurden kürzlich verstorbene Junggesellen mit einer verstorbenen Frau verheiratet, damit die Männer nach dem Tode nicht ohne Frau auskommen mussten. Für das Ritual waren aber die Leichen vonnöten.

Zwar gab es in China auch politische Vorstöße, diese geheimen Rituale zu unterbinden, aber gerade in den ländlichen Regionen findet die “Geisterhochzeit” noch immer Anwendung.

Für die Grabräuber ist es ein lukratives Geschäft; denn Leichen verstorbener Frauen werden mit bis zu 5000 Euro gehandelt.

Und so geschah es auch in der Region Shanxi, in der vier Männer die Körper von zehn verstorbenen Frauen ausgruben und sie verkauften. Sie erzielten dabei einen Gewinn von 30000 Euro. Die Vorfälle konnten jedoch von den Behörden aufgeklärt werden. Die Männer wurden nun von einem Gericht in Yanchuan zu Haftstrafen von je zwei Jahren verurteilt.

Im Jahre 2009 gab es bereits einen ähnlichen Fall in Xianyang. Ein Vater, der seinen Sohn in einem Autounfall verloren hatte, zahlte Grabräubern 3500 Euro, damit sie ihm eine verstorbene Braut für seinen Sohn bringen. Der Fall wurde ebenfalls aufgedeckt.

Nicht so wohlhabende Familien ersetzen die tote Braut für das Ritual jedoch auch oft mit kleinen Statuen oder gar Keksen, die eine menschliche Form haben