Weihnachten mit Verstorbenen

Das erste Jahr ohne einen geliebten Menschen ist das schwerste Jahr. Insbesondere zur Weihnachtszeit kommt meist der Schmerz unvermindert zurück und trifft Hinterbliebene unvermittelt. Manche Menschen gehen damit offensiv um, wie die 41-jährige Julia P. aus Offenbach, die dieses Jahr ihre Mutter verloren hat.

“Ich habe mich mit meiner Schwester darauf verständigt, dass wir die Wohnung unserer Mutter nach ihrem Tod bis nach Weihnachten unverändert lassen und dieses Jahr Heilig Abend mit der Familie in der Wohnung meiner Mutter verbringen.”

Julias Mutter verstarb im November dieses Jahres im Alter von 72 Jahren an Nierenversagen. “Ich habe ein Sprüchebuch mit Bildern gemacht, das sind Sprüche, die meine Mutter oft geklopft hat und die uns oft zum Lachen gebracht haben. Das wollen wir uns an Heilig Abend anschauen.”

Ein wenig aus Angst, dass der Schmerz über den Verlust der Mutter das Weihnachtsfest in Traurigkeit hüllt, geht die Familie in die Offensive: “Wir werden lachen und uns Geschichten erzählen, die wir mit unserer Mutter und Oma Margarete erlebt haben. Vielleicht werden wir auch mal weinen, aber wir wollen mit einem Lächeln an die schöne Zeit mit ihr denken und dafür dankbar sein.”

Dennoch ist auch das nicht für jedes Familienmitglied leicht. So berichtet Julias Tochter, die 16-jährige Lena, dass sie auch etwas Angst davor hat, Heilig Abend in der Wohnung ihrer Oma zu verbringen: “Mir ist das zu dicht. Oma ist gerade erst so kurz tot. Ich kann mich noch nicht wieder freuen, wenn ich an sie denke, dann bin ich einfach nur traurig.”