Wenn Kinder Geister zum Freund haben

Lynn ist sechs Jahre alt und sie hat einen neuen Freund, mit dem sie täglich spielt und redet. Dieser Freund wohnt bei ihr zu Hause und ist für die Umwelt, Eltern, Freunde und Verwandte unsichtbar. Für die Kinderpsychologie ist dies ein ganz normales, ein gesundes Phänomen, wenn Kinder in ihrer “magischen Phase” (ab dem dritten Lebensjahr) die Welt um sich herum mit imaginativem Leben füllen. Was aber, wenn der neue Freund tatsächlich einmal in dem Haus gelebt hat?

Melinda und Sam haben sich im vergangenen Jahr ein neues Haus in Blackpool, nördlich von Manchester, gekauft. Es ist ein altes, mehrere hundert Jahre altes Haus mit einer gewissen Geschichte, die nur noch in geringen Teilen rekonstruierbar ist. Nachdem sich der Staub der aufwändigen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten gelegt hat, begann ihre Tochter Lynn damit, im vertieften Spiel Selbstgespräche zu führen.

“Ich habe Lynn gefragt, mit wem sie denn da spricht und sie antwortete mir, dass sie mit ihrem neuen Freund Peter spielt. Ich habe mir zunächst nichts dabei gedacht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder imaginative Freunde haben”, so die 38-Jährige.

So wurde es spielerisch fast zur Normalität, dass der imaginative Freund der Tochter in den Alltag der Familie einbezogen wurde. Mit der Zeit lernten sich alle dadurch besser kennen. Eines Tages bekam Melinda dann jedoch Zweifel, ob es sich wirklich um einen imaginativen Freund handelt. “Ich habe Lynn gefragt, woher Peter kommt und sie antwortete mir, dass er aus unserem Haus kommt. Er habe vor uns hier drinnen gelebt und ist im Alter von sieben Jahren gestorben. Dieser Satz traf mich wie ein Schlag.”

“Ich wandte mich an die Stadtverwatung und begann zu recherchieren, wer in diesem Haus gelebt hat und ich fand tatsächlich den Hinweis, dass eine Familie knapp 80 Jahre zuvor das Haus bewohnt hat, die einen Sohn mit Namen ‘P.’ hatte. Für mich war das Beweis genug, dass ‘Peter’ wohlmöglich mehr, als nur ein imaginativer Freund sein könnte.”

Geändert hat sich für die Familie nichts; denn P. oder Peter scheint eine friedliche Seele zu sein, obgleich die Umstände seines Todes unklar sind. “Darüber möchter Peter nicht reden, hat Lynn mir gesagt und das respektieren wir. Ich glaube auch, dass Peter vielleicht so etwas wie ein Schutzengel meiner Tochter ist.”

Dass dieses Phänomen breiter vorzukommen scheint, als angenommen, zeigt ein thematisch ähnlicher Artikel auf dailymail.co.uk, in dem drei Familien ihre Geschichten über unsichtbare Freunde ihrer Kinder schildern.