Widerstand gegen Wasserverbrennung

Indiana/ USA – Die Feuerbestattung ist in den USA die mit Abstand verbreitetste Bestattungsform, doch ein neuer Trend zeichnet sich ab: die alkalische Hydrolyse, im Volksmund auch “Wasserverbrennung” genannt. Nicht jeder kann dieser Beisetzungsform etwas abgewinnen, insbesondere die Kirchen und Sarghersteller laufen gegen das neue Verfahren Sturm.

In Indiana – wo das Verfahren derzeit noch nicht angewendet werden darf – kämpfen Befürworter und Gegner verbittert um und gegen die gesetzliche Einführung. “Ich will nicht, dass meine geliebten Angehörigen einfach so in die Kanalisationen gespült werden”, sagte ein politischer Repräsentant.

Dem entgegnet der Experte für Todesforschung und Professor an der Virginia Tech Philip Olson: “Einbalsamieren ist invasiv und gewalttätig, ebenso wie Feuer. Die alkalische Hydrolyse hingegen, ist mehr wie ein warmes Bad. Das wird ein wichtigerer Wert in der amerikanischen Todesfürsorge, die Idee der Sanftheit.”

Die alkalische Hydrolyse ist ein Prozess, bei dem ein Körper in eine Flüssigkeit eingetaucht wird, die zu 95% aus Wasser und zu 5% aus Alkali – gewöhnlich Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid – besteht. Der Behälter wird unter Druck gesetzt, wodurch die Flüssigkeit auf bis zu 200 % erhitzt werden kann, ohne zu kochen. Dabei wird der Körper zersetzt. Übrig bleiben eine bräunliche Lauge, die bedenkenlos dem Abwasserkreislauf zugeführt werden kann sowie Knochen und metallene Komponenten, wie beispielsweise Zahnkronen.

Das Verfahren wurde 1888 in den USA patentiert und war ursprünglich für Beseitigung von Tierkadavern gedacht und wird in Deutschland noch nicht angewandt.

Letztlich interessant ist hier jedoch auch die spirituelle Komponente der Elemente, verbunden mit der Möglichkeit der Entscheidung darüber, welchem Element, dem man sich verbunden fühlt, man seinen Körper übergeben möchte: Feuer, Erde oder Wasser.